Kinder Projekte, progetti per bambini del Coordinamento
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Elternbildung

Ein Projekt zur F├Ârderung italienischsprachiger M├╝tter, V├Ąter und Kinder in Deutschland.

Veranstalter: Coordinamento Donne Italiane di Francoforte e.V.
Partner: Schulamt des Generalkonsulates Italiens in Frankfurt am Main,
Stadtteilbibliothek Gallus der Stadtb├╝cherei Frankfurt am Main
Ort: Informationsveranstaltungen: Stadtteilbibliothek Gallus der Stadtb├╝cherei Frankfurt am Main.
Familienberatungen: wird bekannt gegeben
Zeitraum: Oktober 2009 – M├Ąrz 2010

BESCHREIBUNG

  1. Analyse der Ausgangssituation

    Ziehen wir Bildungsbeteiligung und Schulerfolg italienischer Kinder im deutschen Schulwesen in Betracht, so f├Ąllt folgender Umstand ins Auge: Nach einem halben Jahrhundert italienischer Immigration in Deutschland stellen italienische Kinder mit fast 9 % einen vergleichsweise hohen Anteil der Sch├╝ler an Sonderschulen. Knapp die H├Ąlfte von ihnen schafft nur die Hauptschule und nur 14 % besuchen ein Gymnasium.

    Noch entmutigender stellt sich diese Tatsache dar, wenn wir bedenken, dass der italienische Staat seit Jahrzehnten in Form spezifischer Unterst├╝tzung interveniert, um diesem Ph├Ąnomen Einhalt zu gebieten, ohne allerdings die erhofften Ergebnisse zu erzielen.

    Warum lassen sich bisher keine signifikanten Fortschritte verzeichnen ?

    Eine Ursache ist dabei in der verbreiteten Einstellung von Italienern zu sehen, ihren Aufenthalt in Deutschland als lediglich vor├╝bergehend zu betrachten. Die tats├Ąchlich gro├če Mobilit├Ąt l├Ąsst sich auch in Zahlen belegen. Nach Angaben des Italienischen Au├čenministeriums leben heute etwa 600.000 Italiener in Deutschland. Dem gegen├╝ber stehen 3 Millionen italienischer Migranten, die insgesamt seit 1955 zeitweise in Deutschland gearbeitet haben. Verst├Ąrkt wird diese Tendenz durch das freie Aufenthaltsrecht, das Italiener als europ├Ąische B├╝rger genie├čen. Was einerseits f├╝r die Flexibilisierung ├Âkonomischer Abl├Ąufe g├╝nstig ist, hat sich andererseits f├╝r die dauerhafte Integration italienischer Familien in Deutschland als nachteilig erwiesen. Davon zeugt, dass italienische Eltern die sprachliche, schulische und berufliche Laufbahn ihrer Kinder in Deutschland nicht zielstrebig planen und nur in geringem Ma├če an den sozialen Strukturen des ├Âffentlichen lokalen Lebens teilnehmen.

    Die geringe Beteilung an Elternabenden und schulischer Gremienarbeit, wie im Elternbeirat, f├╝hrt beispielsweise dazu, dass auch die Kenntnis des deutschen Schulsystems unzureichend ist. Als Reaktion auf das h├Ąufige Scheitern italienischer Kinder in deutschen Schulen, wof├╝r zumeist “die Deutschen” verantwortlich gemacht werden, trugen lokale italienische Gemeinschaften die Forderung nach staatlicher Intervention an die italienischen Konsulate heran. Die F├Ârderung mit Mitteln des Italienischen Staates konzentrierte sich bisher haupts├Ąchlich auf die betroffenen Sch├╝ler selbst, lie├č jedoch sein soziales Umfeld und vor allem den famili├Ąren Kontext au├čer Acht. An dieser Stelle setzt unser Projekt an.

  2. Die Situation der Eltern

    Wir gehen davon aus, dass der gr├Â├čte Teil der italienischen Migranten in Deutschland aus einer subproletarisch/b├Ąuerlichen Schicht kommt, in der die Familie eine ├Âkonomische Einheit war. Die stetig fortschreitende Vereinzelung des Familienverbandes vor allem in der Immigration ersch├╝ttert die vormals gegebene soziale Ordnung, die in der Herkunftsgesellschaft einen wesentlichen Pfeiler des sozialen Zusammenhalts ausmachte.

    Wir denken dabei an die “erweiterte Familie” (Gro├čeltern, Verwandte, aber auch Nachbarn), die f├╝r alle einen Bezugspunkt der Sicherheit und Stabilit├Ąt darstellte. Ihre Mitglieder f├Ârderten die Sprachentwicklung der Kinder und waren in der Lage, Gesundheits- und Verhaltensprobleme fr├╝hzeitig zu erkennen und aufzufangen. Die in der Migration st├Ąrkere au├čerh├Ąusliche Arbeitsbelastung beider Elternteile reduziert das fr├╝her ├╝bliche Miteinanderleben von Kindern und Erwachsenen und die damit einhergehende soziale Kontrolle im Familienrahmen erheblich. Aufgrund dieser Ver├Ąnderungen sind Eltern immer weniger in der Lage, ihre Rolle als Erzieher selbst zu erf├╝llen, und geben diese Aufgaben zunehmend an andere gesellschaftliche Institutionen ab.

    Die Unterst├╝tzung, die wir anbieten, greift gerade an diesen Punkten an: Wir wollen den Eltern notwendige Informationen und Kenntnisse vermitteln, um sie bei der Aus├╝bung ihrer Rolle und Verantwortung als Eltern zu st├Ąrken. Ziel der Ma├čnahmen ist es, damit zur Verbesserung des Bildungserfolgs von Kindern mit italienischem Migrationshintergrund in Deutschland beizutragen. Gest├Ąrkt werden sollen die sprachliche, schulische und berufliche Entwicklung, wobei wir die kulturellen und sprachlichen Ressourcen des Herkunftslandes Italien als ein wichtiges Gut f├╝r diesen Prozess ansehen. Leider viel zu oft werden sie von Eltern wie Lehrern als Handicap und Lernhindernis betrachtet, werden vernachl├Ąssigt und gehen als Bildungsressource verloren.

    Um den Kindern die bestm├Âgliche Nutzung ihrer Zweisprachlichkeit zu erm├Âglichen, ist es notwendig verschiedene Strategie zu verfolgen, wobei individuell unterschiedliche sprachliche Voraussetzungen und die sprachlichen Verh├Ąltnisse im elterlichen Umfeld ber├╝cksichtigt werden m├╝ssen.
    Die Unterst├╝tzung von Experten in unterschiedlichen Bereichen, wie Gesundheit, motorische Entwicklung, soziale Kompetenz und Nutzung von Medien ist dabei notwendig und unverzichtbar. Beispielweise ist der Nachteil, aus einem “bildungsfernen” Elternhaus zu kommen, in dem der Umgang mit Schriftlichkeit einen geringen Stellenwert besitzt, am besten in den ersten drei Lebensjahren und unbedingt vor der Einschulung zu kompensieren. Die Vertrautheit mit B├╝chern und anderen Medien ist eine wesentliche Voraussetzung f├╝r einen erfolgreichen Schriftsprachenerwerb und die sp├Ątere Freude am Lesen. Auch aus diesem Grund haben wir als Ort f├╝r unser Projekt die Stadtb├╝cherei Frankfurt am Main/Stadtteilbibliothek Gallus gew├Ąhlt, die uns nicht nur die logistischen Voraussetzungen bietet, sondern deren Mitarbeit dar├╝ber hinaus tragender Bestandteil des gesamten Konzepts ist.

    Tatsache ist es, dass viele italienische Familien bis zum heutigen Tage mit diesen komplexen Problemen allein gelassen wurden. Sie brauchen die Unterst├╝tzung von P├Ądagogen, Kinder├Ąrzten und Sprachwissenschaftlern, die ihrerseits zu dieser Problematik Konzepte entworfen haben. Wir sehen uns dabei als Vermittler und das Projekt als Schnittstelle, um die bisher fehlende Kommunikation zwischen Familien aus bildungsfernen Schichten und Fachleuten anzuregen und in Gang zu bringen.

  3. Vorteile der Pr├Ąvention

    Wenn die Probleme von Kindern erst in der Schule offenbar werden, ist es f├╝r eine kompetente Hilfe meist schon zu sp├Ąt. Die etablierten Strukturen der Schulb├╝rokratie und die rigiden Kriterien des deutschen Schulsystems erschweren dabei h├Ąufig die individuelle und bedarfsgerechte F├Ârderung der Kinder. Daher erscheint es uns immer dringender, pr├Ąventive Ma├čnahmen zu verfolgen, die vor dem Schuleintritt einsetzen, denn nur die fr├╝he Erkennung von Problemen erm├Âglicht eine rechtzeitige angemessene F├Ârderung, die langfristigen Schulerfolg sichern hilft.

  4. Darstellung des Projektes

    Adressaten des Projektes sind italienische Eltern, die ein neugeborenes Kind haben und in Frankfurt wohnen.

    Mit einem pers├Ânlichen an die Eltern gerichteten Brief, in dem sie zur Geburt des Kindes begl├╝ckw├╝nscht werden, wird eine kompetente Beratung bei der fr├╝hkindlichen Erziehung angeboten. Angeboten wird eine Reihe von Treffen mit mehreren Elternpaaren, die gleichaltrige Neugeborene haben bzw. Nachwuchs erwarten. Nach dem Modell “Elternbriefe” des Arbeitskreises Neue Erziehung in Berlin (www.ane.de), wollen wir Informationen zur Gesundheitsvorsorge, zur motorischen, sprachlichen und psychischen Entwicklung des Kindes geben. Dabei werden wir gleichzeitig auf die bereits existierenden Hilfsangebote in Frankfurt verweisen.

    Die Info-Veranstaltungen zielen darauf ab, die Eltern auf die Risiken, aber auch auf die Ressourcen hinzuweisen, die Biographien von Kindern mit Migrationshintergrund tendenziell kennzeichnen. Die Teilnehmer des Projekts ├╝bernehmen die Aufgabe, die Fragen der Eltern zu beantworten und sie auf m├Âgliche Probleme einzustellen, die sich im Verlauf der Entwicklung des Kindes ergeben k├Ânnen. Hierbei sind zwei Ebenen zu ber├╝cksichtigen:
    Die allgemeine Entwicklung des Kindes, um eventuelle Auff├Ąlligkeiten zu erkennen, und die spezifischen Probleme, die Eltern bei der Erziehung in einem ihnen fremden Kontext haben k├Ânnen.
    Die Vorbereitung und Anleitung von den Familien, damit der Umgang mit den vorschulischen und schulischen Institutionen in Deutschland reibungslos erfolgt.

    Die Zusammenk├╝nfte der Eltern mit Fachleuten sollten spezifische Themen behandeln. Dazu werden je nach Themenschwerpunkt Kinder├Ąrzte, Kinderpsychologen, Erzieherinnen, deutsche und italienische Lehrkr├Ąfte und Bibliothekarinnen hinzugezogen.

    Es wird eine qualifizierte Betreuung f├╝r Kinder und ihre Geschwister angeboten, um den Eltern die Teilnahme an den Treffen zu erm├Âglichen.

  5. Partner des Projekts

    Dieses Projekt wird von Coordinamento Donne Italiane di Francoforte e.V., dem Ufficio Scuola (Schulamt) des Generalkonsulats Frankfurt am Main und der Stadtteilbibliothek Gallus der Stadtb├╝cherei Frankfurt am Main getragen.

    Arbeitsbereiche des italienischen Schulamtes:
    Zusammenstellung einer Liste aller italienischen Kinder, die im Laufe des Jahres geboren und im italienischen Konsulat registriert werden. Im 14-t├Ągigen Abstand werden die neu aufgenommenen Daten abgeglichen und entsprechend Elternbriefe versandt.
    Vorstellung des Projekts an Schulen und im Kreise der italienischen Gemeinschaft.
    Mitwirkung bei den einzelnen Beratungen im vorschulischen und schulischen Bereich.

    Coordinamento Donne ├╝bernimmt:
    die Koordination des Projektes,
    die Organisation der Veranstaltungen und
    das Verfassen des Elternbriefes. Es stellt eine telefonische/postalische Kontaktadresse zur Verf├╝gung und koordiniert die Anmeldung zu den Veranstaltungen und Informationsabende.

    Die Rolle der Stadtteilbibliothek Gallus der Stadtb├╝cherei Frankfurt am Main:
    Die Stadtteilbibliothek stellt f├╝r 5-6 Nachmittage bzw. fr├╝he Abende pro Veranstaltungsreihe ihre R├Ąume f├╝r ein Treffen der Eltern zur Verf├╝gung.
    Bei einem dieser Treffen findet u. a. eine Bibliothekseinf├╝hrung f├╝r die Eltern und eine Vorleseveranstaltung statt (z. B. “BibStarter” f├╝r Kinder ab 2 Jahre und ihre Eltern), um die Eltern fr├╝hzeitig auf zentrale Rolle des Lesens und der F├Ârderung von Medienkompetenz f├╝r die Entwicklung ihrer Kinder aufmerksam zu machen.
    Dem Brief an die Eltern wird eine Begr├╝├čungsmappe der Stadtb├╝cherei beigelegt.

  6. Projektphasen
    • Elternbrief: Eltern, deren Kinder nach der Geburt im Konsulat angemeldet werden, wird ein Brief zugeschickt.

      Dieser wird zweisprachig, auf Deutsch und Italienisch, von Coordinamento Donne verfasst. Die Namen und Telefonnummern der interessierten Eltern werden aufgenommen und diese zum ersten Treffen in die Stadtteilbibliothek Gallus pers├Ânlich eingeladen. Wichtig ist es, vorab ├╝ber die Zusammensetzung und Gr├Â├če der Familien informiert zu sein, um entsprechende R├Ąumlichkeiten und Betreuungsm├Âglichkeiten f├╝r die Kinder vorzubereiten. Wir organisieren das erste Treffen ab einer Teilnehmerzahl von 10-15 Personen.

      Wir m├Âchten betonen, dass das Projekt sich an beide Elternteile und an alle Bezugspersonen des Kindes richtet: Es w├Ąre nicht sinnvoll ├╝ber die Entwicklung und Erziehung des Kindes zu sprechen, ohne dass alle Bezugspersonen einbezogen werden. Wir setzen voraus, dass nicht nur der Mutter die Erziehung und die Pflege des Kindes anvertraut wird, sondern dies im gesamten famili├Ąren Rahmen geschieht. Damit m├Âchten wir der auch in der Migrationsforschung oft vertretenen These entgegenwirken, wonach nur dem Einsatz der Mutter die erfolgreiche Integration der Kinder zu verdanken ist. Auch wenn in der Realit├Ąt leider noch vielfach die Mutter allein das Kind versorgt, vor allem in der Baby- und Kleinkindphase, so verfolgen wir als Verein ein anderes Ziel: Die Entlastung der M├╝tter durch Einbeziehung der gesamten Familie sowie au├čerfamilialer Betreuungsinstitutionen ist ein Beitrag zur Chancengleichheit der Frauen. Die p├Ądagogische Forschung der letzten Jahre hat ├╝berdies die zentrale Rolle der V├Ąter und anderer m├Ąnnlicher Bezugspersonen auch schon f├╝r die kleineren Kinder, insbesondere f├╝r die Jungen, betont.

    • Veranstaltungen: Ziele, Themen und Ablauf

      Eine erste Pilot-Veranstaltungsreihe fand von November 2007 bis M├Ąrz 2008 mit durchschnittlich 8 bis 10 Teilnehmer/innen pro Termin statt. Wir haben dabei Erfahrungen gewonnen, die wir bei kommenden Veranstaltungsreihen nutzen werden. Hierf├╝r ist nun folgender Ablauf vorgesehen:

      In jeder Reihe finden Veranstaltungen ├╝ber folgende Themen statt:
      – Gesundheit und k├Ârperliche Entwicklung des Kindes,
      – Sprachliche und psychische Entwicklung,
      – Ausf├╝hrliche Information ├╝ber das deutsche Bildungs- und Kinderbetreuungssystem sowie ├╝ber existierende Hilfsangebote f├╝r Eltern und Kinder mit schulischen Problemen im Frankfurter Raum.

      W├Ąhrend der ersten Veranstaltung werden gesundheitliche Fragen erl├Ąutert. Dabei geht es um Zeitpunkte und Frequenz der Vorsorgeuntersuchungen, um Anleitung zur gesunden Ern├Ąhrung, Beobachtungen, die die Eltern den Kinder├Ąrzten mitteilen sollten, Hinweise zu Auff├Ąlligkeiten oder St├Ârungen der Motorik, der Sehf├Ąhigkeit und des H├Ârsinns etc. Aufgrund der Erfahrungen im Pilotprojekt werden wir uns in Zukunft vor allem auf das Thema Ern├Ąhrung konzentrieren. Wir haben diesbez├╝glich gro├čen Wissensbedarf festgestellt. Insbesondere im Gespr├Ąch mit Lehrern wurde die falsche und unregelm├Ą├čige Ern├Ąhrung in sozial benachteiligten Schichten beklagt. Oft seien die mangelhaften schulischen Leistungen auch darauf zur├╝ckzuf├╝hren.

      Weitere Veranstaltungen mit Informationen ├╝ber das deutsche Schulsystem werden wir k├╝nftig auf mindestens zwei Nachmittage verteilen. Diese Informationsveranstaltungen sollen die Eltern auf die Erwartungen der deutschen Schule gegen├╝ber dem Kind und seinem Elternhaus vorbereiten. Eine besondere Aufmerksamkeit wird der dreigliedrigen Struktur im deutschen Schulsystem und der zeitlichen Abfolge der verschiedenen Ausbildungsabschnitte gewidmet, damit die Eltern nicht unvorbereitet Entscheidungen treffen m├╝ssen, die ausschlaggebend f├╝r die Zukunft des Kindes sind. Die Eltern sollen dar├╝ber informiert werden, wie sie ihrem Kind zu Seite stehen k├Ânnen, selbst wenn sie nicht in der Lage sind, bei den Hausaufgaben zu helfen, und auf welche Weise sie bei der schulischen Sozialisation und der Einweisung in das Schulsystem mitwirken k├Ânnen. Langj├Ąhrige Erfahrung lehrt, dass in diesem Punkt oft erhebliche Missverst├Ąndnisse zwischen Schule und Elternhaus entstehen, die sehr negative Folgen f├╝r die schulische Laufbahn der Kinder haben k├Ânnen. Am ersten Nachmittag wird ├╝ber die Kinderbetreuungs- und Vorschuleinrichtungen referiert. Am zweiten sind Grund- und weiterf├╝hrende Schulen Thema. Sollten die Fragen den Rahmen der beiden Nachmittage sprengen, kann auch ein zus├Ątzlicher Termin zur Beantwortung der Fragen angesetzt werden. Dar├╝ber hinaus sind wir bereit, diese Veranstaltung an anderem Ort zu wiederholen (z.B. in der Missione Cattolica).

      Besondere Aufmerksamkeit wird der F├Ârderung der Zweisprachigkeit gewidmet. Daf├╝r ist eine Veranstaltung vorgesehen. Hierbei werden einfache Ma├čnahmen und Anregungen zur sprachlichen und psychischen F├Ârderung des Kindes vermittelt, zu der jede Familie greifen kann. Dazu z├Ąhlen u.a. T├Ątigkeiten wie Erz├Ąhlen, Vorlesen, Spielen oder der Gebrauch der Medien Rundfunk und Fernsehen. Behandelte Fragen sind dann unter anderem, ob man z.B. das H├Âren oder das Sehen mehr f├Ârdern sollte, wann und wie lange diese F├Ârderung stattfinden soll, oder wie man das Kind noch vor Eintritt in den Kindergarten mit B├╝chern oder anderen Medien, Stiften und Farben vertraut machen sollte.

      Die letzte Veranstaltung hat den Zweck, in die Nutzung der Stadtbibliothek einzuf├╝hren. Beim zweisprachigen Vorlesen eines Bilderbuches erfahren Eltern und Kinder intuitiv, welchen Spa├č Lesen als gemeinsame Unternehmung machen kann. ├ťber die kreative Umsetzung des Geh├Ârten durch Malen setzen sich die Kinder anschlie├čend auf spielerische Weise mit den Inhalten und der Sprache des Bilderbuches auseinander. Gleichzeitig lernen die Eltern ├╝ber eine kurze Bibliothekseinf├╝hrung die Bildungs- und Unterhaltungsangebote die Stadtb├╝cherei f├╝r sie und ihre Kinder kennen.

      Als sehr wirkungsvoll hat sich die Idee erwiesen, mit einer Kindertheaterauff├╝hrung in italienischer Sprache unser Projekt dem Zielpublikum zu pr├Ąsentieren. Zu einer Vorf├╝hrung des “Teatro Baraonda”, die in der Stadtbibliothek im Gallusviertel stattfand, kamen im Mai dieses Jahres mehr als 200 Kinder und Eltern. Wir w├╝rden dieses daher gern wiederholen, weil es uns wichtig erscheint, die Herkunftssprache gerade f├╝r die Kindergarten- und Grundschulkinder attraktiv zu machen, damit sie den Kontakt zu ihr behalten. Das “Teatro Baraonda” aus Berlin kann uns ein g├╝nstiges Angebot machen, da es im selben Zeitraum mehrere Veranstaltungen im Raum Frankfurt am Main plant. Wir w├╝rden gern bei jeder Reihe eine solche Theaterauff├╝hrung anbieten.

      Sowohl f├╝r die allgemeinen Treffen wie f├╝r die einzelnen Beratungen werden Fachleute hinzugezogen, deren Arbeitsfeld in dem Bereich der fr├╝hen Kindheit liegt. Gleichzeitig wird auf andere Einrichtungen in Ortsn├Ąhe der Familien verwiesen, um alle verf├╝gbaren Ressourcen zu nutzen und die Doppelung von Angeboten zu vermeiden. Dar├╝ber hinaus wollen wir f├╝r bereits existierende Institutionen und Dienstleistungen werben und auf diese Weise unseren Beitrag zur besseren Koordination des Netzes sozialer Dienste leisten. Weiterhin wollen wir die Eltern in die Lage versetzen, von den Familieneinrichtungen f├╝r alle deutschen und ausl├Ąndischen Eltern in Frankfurt zu profitieren und sich dadurch mit anderen Eltern zu vernetzen und ihre sozialen Kontakte zu erweitern.

      In dieser Hinsicht werden wir uns bei den allgemeinen Treffen bem├╝hen, die spontan entstehenden Elternnetze zu unterst├╝tzen, denn sie bilden eine wichtige Voraussetzung f├╝r den Austausch von Erfahrungen, Betreuungshilfe, Bildung von Spielgruppen und Vorlesekreise f├╝r Kleinkinder, oder k├Ânnen auch bei der Kl├Ąrung logistischer Fragen, wie der Koordination von Fahrdiensten zu Veranstaltungen u.a., helfen. Von dem Projekt werden au├čerdem Kinder- und Frauen├Ąrzte, Kinderpsychologen, Familienzentren und ausl├Ąndische Vereine informiert. Dazu stellen wir zweisprachiges Informationsmaterial in der n├Âtigen Menge bereit, das durch alle drei Partner des Projektes verteilt wird.

    • Einzelne Beratungen

      Au├čerhalb der Info-Veranstaltungen werden einzelne Beratungen f├╝r spezifische Probleme von Coordinamento Donne in Zusammenarbeit mit dem italienischen Schulamt organisiert.

  7. Monitoring und Evaluierung

    Eine wichtige Rolle spielen die Dokumentation und Evaluierung des Projektes, die systematisch im Herbstbeginnen soll. Nur so k├Ânnen seine Wirksamkeit und sein Erfolg beurteilt und Probleml├Âsungsstrategien und Vorschl├Ąge zur Verbesserung entwickelt werden. Am Ende jeder Veranstaltung wird ein kurzes Fragenblatt verteilt, auf dem die Eltern anonym ankreuzen k├Ânnen, wie es ihnen gefallen hat, was sie vermisst haben oder verbessern w├╝rden.

    Es werden Protokolle der Treffen gef├╝hrt und die Problembereiche aufgelistet, die w├Ąhrend der allgemeinen und einzelnen Beratungen diskutiert wurden, um ein m├Âglichst breites Bild der Situation zu bekommen. Alle Daten werden anonymisiert.